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London: David Hockney is back

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David Hockney stellt wieder aus. In London wurde am vergangenen Wochenende die Ausstellung des Pop-Art Künstlers eröffnet. Der Brite gilt als der Meister der Farben. Vom 21. Januar bis zum 9. April. Kann man die Gemälde von Hockney bewundern.
Seine Landschaftsmalerei ist wahrlich etwas Besonderes. Die satten Farben seiner englischen Heimat Yorkshire sind atemberaubend. Steht man mitten im Winter, wie zu dieser Zeit, vor den Bildern, bekommt man schnell ein Frühlingsgefühl, denn all die Wälder mit den grünen Bäumen und den fruchtbaren Feldern, sie stimmen einen ein.
Wer nicht nach London fahren kann, um sich an der Farbenpracht zu erfreuen, der muss bis zum 29. Oktober 2012 warten. Erst dann kommt der Meister auch nach Deutschland. Seine Bilder werden dann im Museum Ludwig in Köln ausgestellt.
In einem Interview verriet Hockney, dass er sich über den Auftrag der Royal Academy in London sehr gefreut hat. Diese hatte den 74 Jährigen gefragt, ob er zu den bevorstehenden Olympischen Spielen, die Räume der Academy mit seinen Bildern erhellen möchte. Es entstanden so ungefähr 150 Werke, die er auf seinem iPad erstellt hat. Von Ölgemälden, über Kohlezeichnungen bis hin zu Videoinstallationen aber auch Drucke von Zeichnungen, sind zusammengekommen.
Hockney mischt gekonnt Stil und Technik. Zum einen stellt er sich tagelang in den Wald, um seine Stimmung und die Farben einzufangen. Auf der anderen Seite verarbeitet er gerne seine Ideen via iPad. Für Hockney ist die technische Entwicklung ein Segen. So kommt ihm sein iPad wie ein endloses Stück Papier vor.
Der Künstler selbst sieht sich nicht unbedingt als Ausnahmetalent. Als er zuletzt von verschiedenen Medien zum größten lebenden britischen Künstler gekürt worden ist, schien ihm diese Bezeichnung eher unangenehm zu sein. Ob Ausnahmetalent oder nicht, klar ist, seine Kunst ist einzigartig und äußerst sehenswert.
Die Art-Magazin-App
Metropole © sborisov - Fotolia.com
Welches Museuum sollte man in Berlin unbedingt besuchen? Welche Austellungen laufen gerade in Leipzig und wann war noch gleich die Vernissage in der Galerie um die Ecke? Das alles ist jetzt ganz einfach herauszufinden. Kunstfreunde werden sich freuen, dass eine App eigens für sie entworfen wurde, denn schon seit Juni letzten Jahres gibt es den “art city guide” für alle, die auf ihrem Kurztrip oder ihrer Reise einen schnellen Überblick über die Kunstkultur vor Ort bekommen möchten.
Reisefreudige Kunstfreunde, die tolle Angebote weltweit buchen wollen, können über entsprechende Hotel-Plattformen auch Reisen in Kunstmetropolen wie New York oder Shanghai planen und buchen.
Einmal angekommen gibt der “art city guide” Auskunft über die Klassiker der Kunst vor Ort. Durch 25 Kunstmetropolen in Deutschland, Österreich und der Schweiz führt die App. Neben den klassischen Tipps, erhalten Sie aber auch einen Überblick über die aktuellen Kunstvereine, Galerieviertel und Skulpturenparks.
Anschaulich gemacht, gibt es zu jeder Empfehlung zur Einstimmung eine kleine Bildstrecke und zu jeder Stadt eine Karte mit Tipps und Kurzbeschreibungen zu den empfehlenswerten Orten.
Das Kunstmagazin Art hat sich diesen informativen Service ausgedacht. Versionen gibt es in Deutsch und Englisch. Übrigens gibt es den Service nicht nur als App, sondern auch online für die Vorbereitung. Stadt gesucht, für einen Kunstort entschieden, schon kann man sich die beschriebene Karte ausdrucken und auf die Reise mitnehmen. Für alle, die die mobile Variante bevorzugen, ist die App für knappe drei Euro zu haben.
Entscheidet man sich zum Beispiel für einen Trip nach Berlin, erfährt man durch den “art city guide” gleich, dass Berlin die Hauptstadt der Kunst ist, viele junge Galerien genauso aber auch alte Museen und eine Meer an Ausstellungen in der Stadt zu sehen sind. Neben den Klassikern wie “Altes Museum”, “Hamburger Bahnhof” oder “Neue Nationalgalerie” werden einem sogenannte Szene Tipps geliefert. Hierzu gehören zum Beispiel die “Privatsammlungen Boros, Olbricht, Haubrok, Hoffmann” oder auch die “Deutsche Guggenheim“.
Der “art city guide” eine wertvolle Sammlung an nützlichen Tipps für Kulturfreunde und Kunstbegeisterte.
Urteil: Deutschlands größter Kunstfälscherskandal
Kunst ist eine sensible Angelegenheit. Sie sind auf der einen Seite Zeitzeugen anderer Natur und auf der anderen Seite wiederum sehr wertvoll, was sie natürlich in den Mittelpunkt betrügerischer Menschen bringen lässt. Daher werden seit Jahrhunderten Bilder geklaut, gefälscht oder entführt, um Beträge zu erpressen. Nun wurde ein Urteil im größten Kunstsfälschungsprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte gesprochen – viele Bilder sind allerdings immer noch nicht entdeckt.
Über 8000 Seiten Ermittlungsakten, sämtliche Beweismittel – Kontoauszüge und andere Sachen – und fast 170 Zeugen umfasste der Prozess, der gleichzeitig der größte Kunstskandal in Deutschland ist. Ein Jahr dauerten die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Berlin zu dem Fall. Es wurden Durchsuchungen durchgeführt, Zeugen vernommen, Geständnisse aufgenommen. Der Chef der kriminellen Bande Wolfgang Beltracchi gab zu, viele Bilder gefälscht zu haben und muss nun für sechs Jahre ins Gefängnis. Seine Frau, gleichzeitig auch Mittäterin, sieht für vier Jahre die Außenwelt durch schwedische Gardinen. Otto Schulte-Kellinghaus, der ebenfalls wie Helene Beltracchi den Vertrieb ausführte, muss für fünf Jahre hinter Gittern. Dabei sehen sie den Knast allerdings nur teilzeitmäßig, da sie ihre Haftstrafen im offenen Vollzug verbüßen – den Nachtschlaf gibt es dann im Gefängnis.
Das Problem für die Ermittler besteht darin, dass viele Bilder erst nach Jahren – wenn überhaupt – wieder auftauchen. Wenige sind es nur, die an Experten geraten, die dann die Bilder als Fälschungen enttarnen. In dem jetzigen Prozess ging es dem Kölner Gericht um 14 Bilder, insgesamt allerdings handelt es sich um 39 Bilder, von denen nur ein geringer Satz, Teil der Anklage waren. Nun hofft man darauf, dass die Bilder irgendwann auftauchen werden.
Kunst aus Island
Island ist ein Land der Einsamkeit. An den Küsten des Landes schaut man ins klare und weite Meer hinaus. Sandstrände sucht man hier vergebens, man findet Steinbrocken die in das Wasser ragen, deren Spitzen scharf und manchmal auch stumpf wirken. Herauf klettern würde wahrscheinlich jedes Kind gerne einmal. „Wenn ich alt bin und kaum noch denken kann, wenn meine Haare grau sind und mein Kopf weise, dann geh ich nach Island“, sagt ein scheinbar intellektueller Jugendlicher vor dem Besuch einer Ausstellung in Frankfurt am Main. Island ist Ehrengast bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, die vom 12.-16. Oktober besonders die isländische Literatur unter den Augenschein nimmt. Schon jetzt aber sind viele Ausstellungen der Main-Metropole von dem Island-Flair geprägt.

Foto: Island von where is tom?/Flickr
Eigentlich könnte man sich unter Islands Kultur vorstellen, dass sie einst wie Casper David Friedrich romantisch angehauchte Steilklippen zeigen, auf die ein Mann sehnsüchtig schaut. Island bietet schließlich viel was Landschaft angeht, vor allem aber ist es abwechslungsreich. Nun könnte man ebenfalls meinen, dass dies auch in den vielen Bilder und anderen künstlerischen Gestalten zum Ausdruck kommt – Fehlanzeige. Denn wer nach Eismeeren und Steinbrocken im Wasser sucht, sucht ebenfalls vergebens derzeit auf den Frankfurter Ausstellungen. Eher sieht man „Schlamm, Schleim und platzende Fischblasen. Ausgelöste Innereien, die noch zucken.“, wie es der „Spiegel“ in seiner Kritik zu den derzeitigen Frankfurter Ausstellungen schreibt. Denn diese bietet weitaus anderes, als man vom mysteriösen Island erwarten könne. So auch wie die vom „Spiegel“ beschriebene Installation „Crepusculum“. Diese ist überschattet und voll von Kontrasten. Eine förmliche Reizüberflutung findet statt – wo man doch eigentlich anderes erwartet hat.
Der am Anfang intellektuell erscheinenden Teenager kommt nach der Ausstellung aus dem Museum und schlägt sich die Hände über den Kopf und sagt: „Jetzt will ich doch nicht mehr nach Island.“ Die Erwartungen scheinen eben gebrochen worden zu sein – vielleicht zu stark? Überzeugen kann man sich davon noch bis zum Ende der Frankfurter Buchmesse in den vielen Museen und Ausstellungen der Main-Metropole.
Erste Details aus der Gefangenschaft Ai Weiweis

Ai Weiwei, Foto: akmezero_flickr
China atmete am 22. Juni auf. An diesem Tag war Ai Weiwei aus seiner Haft entlassen worden. Der Regimekritiker und Künstler war jedoch nur gegen Zahlung einer Kaution freigekommen. Mehr als zwei Monate war Weiwei eingesperrt worden. Nach seiner Freilassung ist es ihm verboten, mit Journalisten zu reden. So soll gesichert werden, dass keine pikanten Details über seinen Gefängnisaufenthalt ans Licht kommen. Nun hat jedoch Ai Weiweis Schwester diese Informationen der Presse verraten. Unmenschlich, grauenvoll sei die Zeit in Haft gewesen. Lau Aussage der Schwester des Künstlers sei Weiwei in der gesamten Zeit unter Bewachung gewesen. Selbst intimste Momente wie den Toilettengang oder das Duschen hatten die Beamten beobachtet. Ständig war er von zwei Wachposten umgeben, welche sein gesamtes Handeln kontrollierten. Damit sollte ein Selbstmord des bei der Bevölkerung beliebten Regimekritikers verhindert werden. Deshalb brannte auch 24 Stunden am Tag Licht in der Zelle. Fenster gab es keine. Weiwei hatte nur anhand der dreimal täglich gelieferten Mahlzeiten erraten können, welche Zeit es war.
In dem Raum habe es nichts außer ein Bett gegeben. Von der Außenwelt war Ai Weiwei völlig abgeschottet: die Beamten redeten nicht mit ihm, es gab weder Bücher, noch Radio, keine Zeitunen oder einen Fernseher. Weiwei habe sich die Zeit damit vertrieben, einen schmalen, circa 6 Meter langen Gang auf- und abzuschreiten, natürlich alles vor den Augen der Wachleute.
Bislang ist nicht einmal klar, in welchem Gefängnis Weiwei eingesperrt war. Jedenfalls scheint es keine normale Anstalt gewesen zu sein.
Weiwei waren Steuervergehen vorgeworfen worden. Diese Anklage ist jedoch laut der Familie des ehemaligen Häftlings nur ein Vorwand, um ihn wegen regimefeindlicher Äußerungen festzunehmen.
Der Künstler hatte in der Haftzeit stark an Gewicht verloren. Ob dies am psychischen Druck, dem spärlichen Essen oder dem vielen Hin- und Hergehen liegt, ist jedoch ungewiss.
Kannibalismus als Kunst

Das Schweigen der Lämmer, Foto: jovisala47_flickr
Kannibalismus, das Verspeisen menschlichem Fleisches. So lautet die landläufige Definition des Begriffs. Mit Kannibalismus verbinden wir Geschichten, wie jene des von Robinson Crusoes auf den Pfad der Tugend gebrachten Freitag. Kannibalismus scheint die komplette Antithese zu der von uns allen so hoch geachteten Zivilisation zu sein. Es gibt nichts „Wilderes“ nichts Abstoßenderes als einen Angehörigen seiner eigenen Spezies zu verspeisen. Kannibalismus schürt die Urängste des Menschen vor den Abgründen seiner eigenen Psyche. Filme, wie die Hannibal Reihe, mit dem grandiosen Anthony Hopkins als so blutdurstigem wie charismatischem Psychopathen, oder ekelerregende reale Morde wie jüngst in Rothenburg, erregen das öffentliche Interesse und lassen jeden von erschauern.
Dabei sind wir alle Kannibalen, wie es Claude Lévi Strauss 1993 in der italienischen Zeitung „La Repubblica“ feststellte. Der große französische Philosoph erinnert dabei an die gängige Praxis der Organimplantationen und betont die veränderten Verhältnisse; Kannibalismus ist längst kein befremdliches Ritual abgelegener Inselvölker mehr, sondern in der Mitte der europäischen Gesellschaften angekommen und akzeptiert, geht man von der reinen Wortbedeutung als Einverleiben fremder Körperteile aus.
Die Ausstellung „Alles Kannibalen?“ möchte nun einen Überblick über die Verarbeitung des Themas in der Kunst geben. Ausgehend von der Renaissance soll im Berliner me Collerctors Room der Olbricht Stiftung sein Spaziergang durch die Neuzeit mit dem Fokus auf dem blutrünstigem Brauch geboten werden. Die Ausstellung scheint einen Spagat zwischen ernsthafter soziologischer Studie und satirischer Zuschaustellung rohem Fleisches à la Körperwelten zu versuchen, der ihr leider nicht gelingt. Eine Fokussierung auf eine Art der Darstellung hätte die Ausstellung in besserem Licht erscheinen lassen, so irritiert sie den Besucher mit zu vielen Ansatzpunkten, zwischen einfachem Ekel und sexueller Provokation und ernstzunehmender Reflexion.
Nachruf auf Lucian Freud
Sigmund Freud ist wohl der bekannteste Psychoanalytiker. Dass er tot ist dürfte keinen überraschen. Jedoch ist in der Nacht zu Donnerstag sein Enkel Lucian Freud gestorben. Dieser war vor allem als Maler sehr bekannt. Er wurde 88 Jahre alt und starb nach kurzer Krankheit. So wird in der britischen Presse geschrieben, dass er friedlich eingeschlafen sei und keinen langen Kampf mit dem Tod hatte.
Damals zur Machtübernahme der Nazis 1933 wanderte er mit seiner Familie nach Großbritannien aus und erhielt anschließend 1939 auch die britische Staatsbürgerschaft. Jedoch blieb er ein Leben lang gebürtiger Berliner.

"Big Sue" von Lucien Freud
Viele Kritiker bezeichneten ihn als einen der bedeutensten und schillerndsten zeitgenössischen Künstler. So war er auch der Künstler der als teuerste Künstler der Moderne galt. So wurde ein von ihm 1995 gemaltes Bild einer krankhaft fettleibigen Frau, welche schlafen auf dem Sofa liegt 2008 für stolze 34 Millionen Dollar verkauft. Käufer war hierbei der recht bekannte russische Milliardär Roman Abramowitsch, welcher einigen durch seine Besitzanteile am englischen Premiere-Club FC Chelsea bekannt sein dürfte. Das Bild trug den Namen “Benefits supervisor sleeping” und ist auch eine Besonderheit, da es gerade zu Lebzeiten diesen hohen Wert erbrachte, wo doch meistens Werke von Künstlern erst nach dessen Tod so rapide im Wert steigen.
Freud war für seine realistischen Porträts sehr bekannt und galt als großer Liebhaber des nackten Fleisches, was seine große Anzahl an Aktporträts, durch welche er vorrangig bekannt wurde, verdeutlichen. So verherrlichte er in seinen Bildern auch nicht seine Modelle sondern malte diese sehr realistisch, sodass diese sehr natürlich, aber auch als sehr hässlich empfunden wurden.
Ein Platz in der Ruhmeshalle der Künstler des 20. Jahrhunderts ist Lucian Freud damit sicher und so werden noch viele Jahre lang Menschen an ihn zurückdenken und verhindern, dass er in Vergessenheit gerät.
Der Künstler Lee Ufan

Kunst von Lee Ufan, Foto von @MSG/flickr.com
Normalerweise wollen Künstler etwas verändern, etwas völlig neues schaffen, aus alten Dingen neues herausholen. Nicht so der Künstler Lee Ufan. Er versteht unter Kunst, Dinge neu zu arrangieren, sie jedoch in ihrer Ursprungsform zu belassen. Es geht ihm mehr um die Anordnung als um das Wesen seiner Ausstellungsstücke. Beziehungen sollen dargestellt werden, auch Distanzen und Leere. Zwischen seinen Elementen finden sich manchmal nur ein Quantum Platz, bei anderen Anordnungen sind ganze Meter dazwischen. Wegen dieser Bedeutung von Nähe und Entfernung heißt seine Ausstellung auch „Kunst der Begegnungen“. Zunächst galt er in den USA lange Zeit als Unbekannter, bestenfalls als Geheimtipp aus der Szene. Doch nun übergibt ihm das Guggenheim-Museum seine gesamte Exhibitionsfläche – eine große Ehre, wenn man bedenkt, was für ein bedeutender Kunstort dies ist.
Insgesamt 90 Skulpturen, Malereien und Arbeiten sind dort nun zu bestaunen, sie entstammen seiner frühen Schaffensperiode in den 60er-Jahren und reichen hin bis zu aktuellen Fertigungen.
Aufmerksamkeit erregte der Künstler bisher vor allem in Europa. So zeigte er zum Beispiel 1971 bei der Biennale von Paris sein Können, präsentierte Werke 2001 im Kunstmuseum Bonn und machte sich europaweit durch seine Ausstellung auf der Biennale in Venedig einen Namen.
Ufan zählt schon einige Jahre: geboren ist er 1936 in Südkorea. Seit 1956 pendelt er zwischen seinen Wahlheimaten Frankreich und Japan. Er war in den 70er-Jahren Ikone der Mono-ha-Bewegung in Japan, eine Künstlervereinigung, die sich gegen das westliche Kunstverständnis aussprach und die Arbeit mit Naturmaterialien vorzog.
Lee Ufan ist der Meinung, dass Dinge für sich selbst sprechen sollten. Er entfremdet Gesten, minimalisiert Kunst auf Pinselstriche und besinnt sich eher auf die Existenz der Dinge als auf den Schaffungsprozess. „Man soll die Welt aufnehmen, wie sie ist“, dafür plädiert Ufan.
Der Komiker und Musiker Rainald Grebe

Rainald Grebe, Foto von David Ortmann/flickr.com
Der Komiker Reinald Grebe konnte bei seiner Show in der Berliner Waldbühne glänzen. In seinen Liedern vermarktete er die Gesellschaftskritik gut. Auf die Bühne kam Grebe mit Winnetou Musik und Kopfbedeckung eines Indianers. Der geborene Kölner Musik-Kabarettist konnte auch bei Regen die Waldbühne mit etwa 20.000 Menschen füllen. Das Publikum zeigte sich begeistert.
Die Show wurde von bekannten Kollegen immer wieder durch Gastauftritte unterstützt. Zu den bekanntesten zählt René Marik, der einen kleinen Auftritt mit seinen Puppenfiguren, dem Maulwurf mit Sprachstörung und dem berlinernden Eisbären Kalle, machte.
Das Jubiläumskonzert zu Grebes 40. Geburtstag wurde unter dem Motto “Halleluja Berlin” veranstaltet. In der Waldbühne herrschte eine Volksfeststimmung. Die Älteren sangen deutsche Volkslieder mit Freude. Dazu spazierten im Publikum kleine Turnerinnen zur “Bolschewistischen Kurkapelle”. Das alles nur als Vorgeschmack zu der Show.
Der Komiker hat sich nicht nehmen lassen, sein eigenes Publikum auch in einem seiner Songs zu thematisieren. “wenn die Liebe geht, die Hobbys bleiben”, so charakterisiert Grebe die dreißigjährigen Pärchen, die in der Waldbühne auf ihn schauen. Es seien ökologische Avantgardisten des Prenzlauer Bergs mit Holzspielzeug, die sich von ihm begeistern ließen.
An dem Abend gelang es Grebe ausgezeichnet, Gesellschaftskritik, Komik und Vermarktung unter einen Hut zu bringen. Sein neustes Album soll im Sommer unter dem Titel “Zurück zur Natur” erscheinen. Die ostdeutschen Bundesländer vergaß Grebe auch nicht. Die Lieder dazu sangen sich nahezu wie Länder-Hymnen. So beispielsweise Brandenburg “wo nicht alles Chanel, sondern meist nur Schlecker ist”. “Halleluja Berlin! Alle wollen dahin. Deshalb will ich das auch”, so beendete Grebe sein Konzert.
Zum Schluss kamen alle Künstler auf die Bühne und sangen ein Abschiedslied zu einem Holzfeuerwerk. Auf Grund der Waldbrandgefahr wurde dieses mit ausklappbaren und hochschnellenden Holzkonstruktionen Feuerwerkskörpern gehalten.
Realistische Malerei
In der heutigen Zeit stellt man sich schnell die Frage, ob die schnelle, detailgetreue und realistische Zeichnung einer Herbstlandschaft, eines Gesichts oder eines anderen Alltagsgegenstandes nicht einfach nur naiv, reaktionär und irgendwie zu banal ist. Und das obwohl der lange und sehr erregende Disput zwischen den abstrakten und eher realistischen Malern schon eine ziemlich lange Zeit hinter uns liegt und man doch generell dem Eindruck erliegt, dass man sich aktuell in der liberalen Kunstwelt schlechthin bewegt, in der das „Anything Goes“ zum Übergreifenden Leitmotiv geworden ist. Dennoch haftet der realistischen Malerei auch heute noch ein enormes Vorurteil weiterhin hartnäckig an: Wer einfach nur das malt, was ihm die Umwelt vorgibt und zeigt, wird schnell als naiv verspottetet. Einfach nur abzeichnen, das kann doch beim besten Willen keine richtige Kunst sein, und hätte auch von einer Umzugshilfe gemacht werden können.

Realistische Malerei / naive paintings
Betrachtet man beispielsweise die Werke von Franz Gertsch und Rene Wirth in deren aktuellen Ausstellungen in Zürich und Rotterdam, so fällt bei deren sehr gegenständlichen Werken schnell ins Auge, dass sie von sehr ausführlichen Katalogtexten gestützt werden, die quasi die kunsttheoretische Tiefe und die konzeptionelle und durchdachte Arbeit verdeutlichen soll, um so den Werken Legitimation in der Szene der Kunstkritiker zu schaffen und derartige Vorurteile vom Tisch zu wischen.
Die Frage die sich jedoch aufdrängt ist folgende: Warum gilt denn gerade das gegenständliche Malen so schnell als peinlich? Denn dabei beinhaltet gerade das künstlerische Gestalten von den Dingen, die dem Subjekt gegenüberstehen eine ungeheure Fülle von subjektiven Wahrnehmungs- und Interpretationsmustern. Bei Gertsch und Wirth wird insbesondere jedem Bild so sein Objekt zugeordnet, jedes Objekt in ein Bild arrangiert, das offenbar perfekt sich zu diesem fügt. Die außergewöhnliche Leistung dieses Realismus liegt dabei darin, dass der Gegenstand wirklich in ein wahrhaftiges Gegenüber transformiert wird.

























