Die "Erste Liebe"...

 

Der erste Freund / die erste Freundin meines Kindes

„Die erste Liebe ist immer ein ganz besonderes Erlebnis.“

„Erste Liebe macht fast wahnsinnig“

„Man hat Schmetterlinge im Bauch, schwebt auf Wolke sieben“

Das sind Aussagen zum Erleben von Erster Liebe, die uns Erwachsene dazu bringen sich an die eigene Jugend zurückzuerinnern.

  • Wie hat man/frau selbst die Erste Liebe erlebt?
  • Was hat man Verrücktes angestellt und vielleicht andere genervt mit ständiger Schwärmerei?
  • Wie haben die Eltern reagiert, als sie gemerkt haben, dass irgendwas los ist?
  • Wollte man mit den Eltern über das Verliebtsein reden oder war das „peinlich“?

Von der Pubertät an bekommt „Liebe“ eine andere, eine neue Bedeutung.
Das hat damit zu tun, dass sich der Körper verändert und die Sexualität erwacht. Üblicherweise interessieren sich nun Jungen für Mädchen und umgekehrt. Dabei begeben sie sich auf die Suche nach jemandem, „der sie lieb hat“, sie toll findet, anerkennt und zärtlich ist.
Das ist der Abschied von der Kindheit, in der die Elternliebe wichtig und ausreichend war und der Aufbruch ins Erwachsen-Werden, wo Gleichaltrige als eine Art neue Familie fungieren.
Dadurch verändert sich auch das Eltern-Kind-Verhältnis. Das bedingungslose Vertrauen, das Kinder ihren Eltern entgegenbringen, schwindet und der kritische Blick auf die Eltern stellt sich ein.
Eltern haben das Gefühl, dass sie die Kontrolle verlieren, weil die „Kinder“ ihnen nicht mehr alles mitteilen. Das macht Eltern oft unsicher und sie versuchen „gegenzusteuern“, indem sie aus Sorge die Freiheiten des Jugendlichen einschränken. Das hilft jedoch nicht weiter, weil Rebellion vorprogrammiert ist.

Was können Eltern tun?
Ganz wichtig ist, dass sie den Pubertierenden Vertrauen entgegenbringen und sie Ernst nehmen! Gleichzeitig sollten natürlich Absprachen getroffen werden z.B. was das abendliche Weggehen und Heimkommen betrifft, die aber die Eigenverantwortung des Jugendlichen fordern.

Was heißt das konkret?

Eltern sollten

  • ... nicht gleich erschrecken, wenn sie merken, dass die Tochter oder der Sohn einen Freund oder eine Freundin, also eine erste Liebesbeziehung hat
  • ...nicht gleich aus Sorge vor unkontrollierten sexuellen Aktivitäten der Jugendlichen einen Aufklärungsvortrag halten
  • ...sondern sich erst mal freuen, dass ihr Kind glücklich ist, weil es verliebt ist
  • ...auf keinen Fall den Freund/ die Freundin mit abwertenden oder skeptischen Fragen schlecht machen und dadurch die Wahl des Sohnes oder der Tochter in Frage stellen.

Natürlich ist dann in einem nächsten Schritt zu klären, welche Information und Unterstützung die Tochter oder der Sohn braucht. In der Regel machen sich Eltern bei einer Tochter mehr Sorgen als bei einem Sohn und denken dabei sofort an eine Teenager-Schwangerschaft.

  • Hier gilt es ganz sensibel vorzugehen, denn erstes Verliebtsein bedeutet nicht gleich Geschlechtsverkehr. Aber sicher ist es gut, wenn Jungen und Mädchen die Möglichkeit haben sich zu informieren. Dabei ist ein Elterngespräch oft nicht von den Jugendlichen gewünscht, weil es als peinlich empfunden wird.
  • Trotzdem sollten Eltern der Tochter / dem Sohn anbieten jederzeit für Fragen zur Verfügung zu stehen und darüber hinaus auf geeignete Informationsmöglichkeiten hinweisen bzw. sich selbst informieren.
  • Zum Beispiel gibt es hilfreiche Internetadressen, wie die der BzgA (= Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) oder von Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen, Partnerprobleme, Sexualpädagogik (siehe unter "Links" auf dieser Seite!)
    Bei diesen Stellen gibt es ganz tolle Broschüren rund um das Thema Liebe, Sexualität und Verhütung für Jugendliche und Erwachsene, die kostenlos bestellt werden können oder die Möglichkeit sich kostenlos beraten zu lassen mit allen Anliegen rund um Partnerschaft und Sexualität. Anonyme Beratung ist möglich.
  • Zu empfehlen ist auch das Buch „Frühlingserwachen“ von Barbara Sichtermann und das Buch „So ist das mit den Mädchen, So ist das mit den Jungen“ von Sylvia Schneider.

Fazit:

Der erste Freund / die erste Freundin signalisiert den Eltern, dass ihr Kind sich innerlich auf dem Absprung raus aus der häuslichen Welt befindet. Beim Beginn der Pubertät müssen sich Eltern zurückziehen und ihrem Kind den Freiraum geben ihre eigenen Erfahrungen in der Welt zu machen. Und trotzdem wird Ihre moralische, praktische und vor allem finanzielle Unterstützung selbstverständlich gebraucht und eingefordert, vor allem in Krisenfällen.
Sie werden also weiterhin gebraucht, aber eben anders als früher.

Hilfreich ist es für Eltern hier sich an die eigene Jugend, die eigene erste Liebe, den ersten Kuss und das damit verbundene Abenteuer zu erinnern und ihren Kindern verständnisvoll zu begegnen.
Wichtig ist vor allem anderen das Vertrauen in die Fähigkeiten und die Persönlichkeit Ihres Kindes!

 

Barbara Spachmann-Bückers
Beraterin bei DONUM VITAE Bayern
(Beratungsstelle Freising mit Außensprechstunde in Poing)