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In der heutigen Zeit gehört es schon lange nicht mehr selbstverständlich zum Leben, Kinder zu haben.
„Elternsein“ ist nur noch eine von verschiedenen möglichen Lebensformen.
Unsere Gesellschaft und die Wirtschaft erwarten immer höhere Mobilität und Flexibilität, während die Erziehung von Kindern Konstanz und Verlässlichkeit, aber auch spontane Verfügbarkeit erfordert. Ein Spagat, der oft nur unter größten Anstrengungen leistbar ist...
Auch heute noch erbringen den größten Teil der Erziehungs- und Betreuungsaufgaben von Kindern die Mütter. Mütter müssen in dem Spannungsfeld der widersprüchlichen Erwartungen „Eine gute Mutter ist daheim bei ihren Kindern!“ und „Die moderne Frau ist nicht mehr nur das Heimchen am Herd!“ ihren individuell passenden und machbaren Weg allein finden...
Väter bemühen sich zunehmend mehr, sich neben der Ernährerrolle auch stärker in die Erziehung der Kinder einzubringen. Oft müssen sie aber feststellen, dass die realen Arbeitsbedingungen und die steigende Gefahr, den Arbeitsplatz zu verlieren, eine aktive Vaterschaft nur abends oder am Wochenende zulassen...
Früher hatte man einfach Kinder, die mehr oder weniger mitliefen. Heute gilt zunehmend mehr die Leitvorstellung, dass man Kinder nur in die Welt setzt, wenn man sich gut um sie kümmern, ausreichend materielle Grundlagen bieten und in der Erziehung „alles richtig“ machen kann. Dadurch hat sich einiges verändert:
Kinder verbringen ihre Freizeit zunehmend weniger draußen, sondern im häuslichen Bereich. Zudem haben abnehmende Geschwisterzahlen, Geschwisterlosigkeit und mangelnde Spielkameraden in der Wohnumgebung zur Folge, dass Eltern der Vereinsamung ihrer Kinder durch gezielte, möglichst wertvolle Freizeitgestaltung entgegenwirken müssen...
Die Aufwertung der gesellschaftlichen Stellung des Kindes bedingt, dass die Rechte von Kindern wesentlich mehr im Vordergrund stehen, als ihre Pflichten und Eltern sich hohen Ansprüchen bezüglich „gelingender“ Erziehung ausgesetzt sehen. Das Erziehungsziel, Gehorsam und Anpassung der Kinder durchzusetzen, tritt hinter den Anspruch zurück, Kinder partnerschaftlich zu erziehen und Regeln des Zusammenlebens immer wieder neu gemeinsam zu verhandeln. Diese Aushandlungsprozesse im Familienalltag bringen Eltern immer mehr an die Grenzen ihrer erzieherischen Möglichkeiten...
Die überall propagierte Bedeutung von Bildung und Schule für die zukünftigen Lebenschancen von Kindern steht oft im Widerspruch zu dem, was das öffentliche Bildungssystem tatsächlich abdecken und leisten kann. Eltern sehen sich gezwungen, zusätzlich enorme Anstrengungen zu unternehmen und viel Geld zu investieren, um ihre Kinder optimal zu fördern. Daneben häufen sich Lernschwächen, gesundheitliche Störungen und Verhaltensauffälligkeiten im Schulalltag...
Wohl noch nie gab es so viele reflektierte, bewusst erziehende und in ihrer Erziehung selbstkritische Eltern, die alles versuchen, damit ihre Kinder keinen Schaden nehmen und optimal gefördert werden. Dieses Anspruchsdenken bewirkt nicht die für den Erziehungsalltag oft notwendige Gelassenheit und Selbstsicherheit von Eltern, sondern führt zu immer größerer Verunsicherung – einerseits der Eltern, damit aber auch der Kinder...
Die Ausrichtung unserer Gesellschaft auf Konsum und materielle Güter wird immer extremer. Beispielsweise versuchen Eltern dem gesellschaftlich vorgegebenen Förderanspruch von Kindern auch dadurch gerecht zu werden, dass sie ihren Kindern zunehmend früher eine umfangreiche technische Ausstattung (PC, PSP, Handy, i-Pod...) zur Verfügung stellen...
Gleichzeitig werden die finanziellen Spielräume vieler Familien immer enger. Immer mehr Eltern haben zumindest Angst vor einem sozialen Abstieg. Und vielfach stellt sich gar nicht die Frage, ob der „erziehende“ Elternteil wieder arbeiten will...
Das gesellschaftliche Umfeld bietet häufig auch kaum Unterstützung.
Generationsübergreifende Großfamilien gehören weitestgehend der Vergangenheit an und in der Nachbarschaft ist sich zunehmend jeder selbst der Nächste...
Nutzungsanweisungen an allen Spielplätzen, Hausordnungen bezüglich des Abstellens von Kinderwägen, Beschwerden von Nachbarn über Kinderlärm,... lassen oft die für ein kinderfreundliches Klima nötige Toleranz vermissen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich die Kinderunfreundlichkeit mit der abnehmenden Anzahl von Kindern und der Zunahme älterer Menschen in unserer Gesellschaft zukünftig eher verschärfen...
Kinder können nur unter kindgerechten gesellschaftlichen Verhältnissen und bei zufriedenen Eltern optimal aufwachsen. Dazu brauchen Eltern, die mit der Erziehung von Kindern mit eine der wichtigsten und schwierigsten Aufgaben in unserer Gesellschaft übernehmen, wenigstens Anerkennung und Wertschätzung für diese Leistung...
Eltern unter Druck - kein Wunder!!!
Die Eltern, die bei der Erziehung ihrer Kinder nicht immer wieder unter Zeitdruck, Leistungs- und Erfolgsdruck und finanziellem Druck kommen, würden wir gerne kennen lernen!
Wenn Sie tatsächlich so ein Elternteil sind, helfen Sie uns allen, indem Sie uns im „Elternratsch“ auf dieser Seite verraten, wie Sie das machen!!!
Wir freuen uns auch über alle Beiträge von Eltern im „Elternratsch“, die Mut machen, trotz all dieser Schwierigkeiten das Wichtigste bei der Erziehung von Kindern nicht aus den Augen zu verlieren:
Das Zusammenleben mit Kindern zu genießen, zu staunen, stolz zu sein auf jeden Entwicklungsschritt und täglich gemeinsam zu wachsen!
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